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Ein neuer Wind muss wehen

Der Markt verändert sich, die Windindustrie reagiert – und erwartet im Zuge dessen neue Impulse von den Messen. Wandelt sich die Branche, müssen die wichtigsten Branchenforen sich nicht nur mitentwickeln, sondern die Marktbedürfnisse antizipieren. Wohin der Trend geht, das erläutert Arne Petersen, Messechef der Messe Husum & Congress GmbH/HUSUM Wind, in der aktuellen Ausgabe der führenden Fachzeitschrift Sonne, Wind & Wärme

22.06.2018 // Kaum ein Jahr war für die Windbranche so einschneidend wie das »Wende«-Jahr 2017. EEG-Reform und Start des Ausschreibungssystems, Bundestagswahl und gescheiterte Jamaika-Koalition, »Jetzt-noch-schnell«-Ausbau-Boom einerseits, politische Ausbau-Drosselung andererseits: Der Wind hat sich gedreht nach der Goldrausch-Ära, den Rekordjahren 2014 und 2016. Mit meinem Antritt bei der Messe Husum & Congress. Anfang des Jahres bin ich zu einem spannenden Zeitpunkt zur HUSUM Wind gekommen. Die Industrie, mit der die Messe groß geworden ist, geht neue Wege und stellt sich den veränderten Markt- und politischen Rahmen bedingungen. Verändert sich der Markt, müssen sich auch die Messen verändern. Sie müssen sich mit der Branche mitentwickeln, deren Bedürfnisse antizipieren, neue Impulse geben. Die Entscheidung, den Fokus der HUSUM Wind auf den deutschen Markt als zentralen Motor für das Gesellschaftsprojekt Energiewende zu legen, zielt in diese Richtung. Schließlich entscheidet sich am Ende im hiesigen Markt die Zukunft der deutschen Branche. Bund und Länder bestimmen die Ausbauziele, regionale Akzeptanz ist für die Planung und Realisierung zukünftiger Windparkprojekte ausschlaggebend. Die mittlerweile zahlreichen Anti-Wind-Bewegungen in Schleswig-Holstein und andernorts machen deutlich, wie sich die öffentliche Stimmung gedreht hat. Lösungen müssen heute vor allem für eine kosteneffizientere, akzeptanzbasierte Erzeugung sowie für eine effiziente Verteilung der Windenergie gefunden werden.

Hier setzt die Messe, die Veränderungen nicht scheut, an. Nicht nur werden neueste Entwicklungen ausgestellt, sie werden auch im Kontext der drängenden Zukunftsfragen auf der Messe angespitzt, debattiert und weitergedacht. Messen sind traditionelle Kommunikationsinstrumente. Doch neue, themen- und austauschgetriebene Formate, wie z. B. Bits & Pretzels in München oder der Digital Interior Day in Köln – schaut man über den Tellerrand – haben gezeigt, wie Messen und Kongresse sich marktgerecht verändern und nachhaltig Bewegung in den Markt bringen können. Innovation fängt im Kopf an: Wie müssen wir Messen denken, wenn sie für die Windindustrie auch in Zukunft die wichtigste Branchenplattform bleiben wollen? Drei Dinge sind entscheidend:

1. Durch die Digitalisierung verändert sich das Informationsverhalten. Messebesucher müssen nicht mehr zwangsläufig auf Messen gehen, um sich zu informieren – die Bedeutung physischer Begegnung nimmt zu. Es geht um persönliche Kontakte, Erlebnis und Vernetzung. Statt langer Frontalvorträge stiften Impuls-Talk-Formate, Zukunftsthemen-Panels und praxisnahe Workshops Ideen, Anregungen und Lösungsansätze. Der Windmarkt ist komplizierter geworden, Antworten auf Zukunftsfragen finden sich am effizientesten durch Know-how-Transfer und engen Austausch der Marktteilnehmer. Eine erfolgreiche Messe inspiriert Menschen, bringt Menschen zusammen. Und das wiederum generiert Geschäft.

2. Der Bedarf an großen Flächen und opulenter Suprastruktur für den Messestand wird weiter zurückgehen, dafür die Relevanz multimedialer bzw. virtueller Produkterlebnisse, besonders bei Anlagenbau und Systemlösungen, wachsen. Messen müssen die entsprechende IT-Infrastruktur und den technischen Rund-um-Sorglos-Service bieten. Auch geht der Trend noch verstärkter in Richtung Digitalisierung der Bereiche Ticketing, Einladungsmanagement und Ausstellerverzeichnisse. Online-Tools und Apps sowie die unmittelbare Koppelung von Content, Vermarktung und Reichweite ermöglichen Ausstellern wie Besuchern Zeit und personelle Ressourcen zu sparen und so die Messe als effizientes Instrument zu nutzen.

3. Innovative Messen sind mehr als Produkt- und Leistungsschauen entlang der Wertschöpfungskette. Sie sind Themenforen mit Relevanz für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. In der Windbranche geht es nicht mehr nur darum, über neue Windkraftanlagen zu reden. Die nächste Stufe der Energiewende stellt die Branche vor neue Herausforderungen, mehr Themen tun sich auf, die von Akzeptanz über Repowering und Recycling bis hin zu Speichertechnologie, 100%-Erneuerbare-Energie-Konzepten und innovativen Anwendungen wie Wind-Wasserstoff reichen können. Das Ziel ist erreicht, wenn im September Wind auf jeder Agenda steht – und der Messestandort das Mekka für den Markt und Multiplikatoren ist.

Die zentrale Aufgabe ist, die Windkraft als Zukunftsenergie und relevanten Wirtschaftssektor für die Energiewende- und Exportnation Deutschland zu sichern. Unser Beitrag in Husum dazu ist, mit zukunfts-orientierten Ideen neuen Wind in die Fachmesselandschaft zu bringen.

 

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